RABATZ – lieber unbequem als rechtsextrem

Eine Kampagne gegen Rechtsextremismus. Rechtsextremismus & interkulturelle Jugendarbeit sind zwei Themen, die in den letzten Jahren die LAG schwerpunktmäßig beschäftigt haben. Die LAG veröffentlichte 2001 ein Positionspapier „Integration und Zuwanderung“, 2006 die Stellungnahme „Verbesserung der Situation von minderjährigen Flüchtlingen in Bayern“, 2007 den Beschluss „KjG gegen Rechtsextremismus“, 2008 den Beschluss „Start einer Kampagne gegen Rechtsextremismus“ und 2009 die „Nürnberger Erklärung gegen Rechtsextremismus“. Die auf der Landesversammlung 2008 beschlossene Kampagne gegen Rechtsextremismus lief unter dem Namen „Rabatz – lieber unbequem als rechtsextrem“ und fand seinen Abschluss bei „Rabatz live“ im Juli 2010. Davor fanden zwei Projekte unter der Beteiligung der LAG Bayern statt, die das Kennenlernen und die Verständigung zwischen den Religionen und Kulturen im Blick hatten. 2002-2003 kooperierten wir beim „Trialog“ mit dem MJD, dem BJSD und der KjG Bundesebene. 2003-2006 führte man in Eigenregie das kulturreligiöse Projekt „LEBEN hoch 3“ durch. Rechtsradikal orientierte Gruppierungen, Organisationen und Parteien versuchen auch in Bayern, auf den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Ebenen Fuß zu fassen und zielen dabei vor allem auf junge Menschen ab. Die organisierten Parteistrukturen der Rechtsextremen öffnen sich zunehmend  jugendkulturellen Szenen, um ihr Wählerpotential zu erhöhen. Ihre Wahlkämpfe wirken erschreckender als je zuvor. Verschiedene Studien zeigen, dass rechtsextreme Einstellungen und rechtes Gedankengut in Deutschland bei allen Bevölkerungsschichten stark vertreten sind. Unter Jugendlichen finden vor allem ausländerfeindliche Aussagen breiten Zuspruch. Diese Entwicklungen haben die KjG LAG Bayern dazu veranlasst, zum Thema Rechtsextremismus aktiv zu werden. So wurde die Kampagne „RABATZ – lieber unbequem als rechtsextrem“ ins Leben gerufen. Auf der Homepage der Kampagne kann man sich im Detail informieren:

Pressemeldung des KjG Landesvorstands: Rechtsextremismus wirksam bekämpfen

vom 06.12.2012

Die Katholische Junge Gemeinde (KjG) LAG Bayern sieht in der aktuellen Debatte um rechtsextreme Gewalttaten Versäumnisse der Politik. Natürlich müsse die Diskussion über die Arbeit der Behörden und ein Verbot der NPD geführt werden, erklärt Landesvorstand Michael Müller. Jedoch täusche diese Diskussion darüber hinweg, dass anstatt der Symptome vielmehr die Wurzeln von Rechtsextremismus mit aller Kraft beseitigt werden müssten. In den Augen des Kinder- und Jugendverbands zählen hierzu unter anderem soziale Ungleichheit, fehlender Zugang zu Bildung und mangelnde soziale Kompetenzen. Es gehe es nun vor allem darum, junge Menschen immun gegen rechtsextremes Gedankengut zu machen, lange bevor sie andere Menschen bedrohen, verletzen oder gar ermorden. Neben dem, was die Schule dazu beitragen kann, Bildungsbenachteiligung bei Kindern und Jugendlichen zu beseitigen, sieht die KjG die Wichtigkeit einer flächendeckenden und lebendigen außerschulischen Jugendarbeit. Denn rechtsextreme Gruppierungen agierten vor allem dort, wo diese nicht stabil sei. Es sei an der Zeit, dass die Politik mehr Geld dafür in die Hand nimmt, dass Jugendarbeit in den Kommunen handlungsfähig bleibt oder wird. Auch mit der sogenannten Demokratieerklärung, die das Bundesfamilienministerium neuerdings von Projektträgern gegen Rechtsextremismus verlangt, setzt die Politik in den Augen der KjG ein falsches Zeichen. Es sei nicht tragbar, dass Aktivitäten gegen Rechtsextremismus erschwert werden, während gleichzeitig Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland Angst haben müssen, auf die Straßen zu gehen.